Anti–Aging–Medizin ist eine in den USA seit mehreren Jahren anerkannte und praktizierte neue medizinische Richtung. Sie versteht sich als Präventions- und Regenerationsmedizin, um Alterungsprozessen entgegen zu wirken, gesundheitliche Risiken zu vermeiden sowie optimale körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erreichen.
Der Anteil der älteren Bevölkerung steigt in den westlichen Industriestaaten stetig an und wird dazu führen, daß bis zum Jahr 2050 nahezu ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird. Hierdurch entstand in den letzten 20 Jahren eine Herausforderung an die moderne Wissenschaft, sich mehr und mehr dem Problem der Prävention von altersbedingten Erkrankungen und dem Alterungsprozess selbst zuzuwenden. Im Zuge dieser Entwicklung eröffnen neue medizinische Methoden der Anti-Aging-Medizin diagnostische und therapeutische Chancen.

Warum altern wir?

Genetische Faktoren - Unsere Zellen leben nicht unbegrenzt

Genetisch bedingt hat jede Zelle unseres Körpers nur eine begrenzte Anzahl von Teilungsmöglichkeiten. Die Ursache hierfür sind die „ Endstücke“ unserer Chromosomen (Telomere), die bei jeder Zellteilung kürzer werden, bis sie ganz verbraucht sind.
Diese „tickende biologische Uhr“ ist Gegenstand der modernen Genforschung. Neueste Ergebnisse weisen darauf hin, daß die „Brüchigkeit“ der Telomere ihrerseits an ein Gen gebunden ist, das vor kurzer Zeit bei extrem langlebigen Menschen auch lokalisiert werden konnte.
Destruktive biochemische Faktoren – freie Radikale schaden unserem Körper
Freie Radikale sind hoch aggressive, oxidative, „ungesättigte“ Sauerstoffmoleküle, die im Körper bei der lebensnotwendigen Energiegewinnung ständig anfallen und im Organismus unkontrollierte Oxidationsprozesse auslösen.
Der Organismus produziert diese Killermoleküle bei vielen Stoffwechselvorgängen. Zusätzlich haben wir auch von der Außenwelt mit freien Radikalen zu kämpfen, z.B. durch UV–Licht, Umweltschadstoffe, Nahrungsgifte, Medikamente, Alkohol und Nikotin.
Unser Körper verfügt allerdings über Schutzstoffe (Antioxidantien), um freie Radikale zum Teil unschädlich zu machen. Dazu zählen körpereigene Enzyme und durch die Nahrung aufgenommene Vitalstoffe, z.B. Vitamin C und E, sowie Beta-Carotin.
Nach der Radikal–Theorie ist das Altern die Folge einer inneren und äußeren Überproduktion freier Radikale. So werden die Schutzmechanismen des Körpers mit der Belastung nicht mehr fertig. Freie Radikale hinterlassen in allen Geweben des Körpers ihre Spuren. Sie zerstören Nerven, schwächen das Immunsystem, schädigen Gewebsstrukturen und fördern die Arteriosklerose.

Psycho–sozio–ökonomische Faktoren – ein gesunder Lebensstil ist die wichtigste Basis

Status, Lebensstil, Persönlichkeit, Hygiene, Ernährung und der medizinische
Standard spielen eine wichtige Rolle und sind die Basis für ein gesundes Altern.

Immunologische Faktoren – unsere Abwehrkräfte lassen im Alter nach

Das Immunsystem unterliegt wie alle anderen Organe einem natürlichen Alterungsprozess. Dies äußert sich durch schwere Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen, das Auftreten von degenerativen und autoaggressiven Erkrankungen sowie durch ein mit zunehmendem Lebensalter ansteigendes Tumorrisiko.
Da die Abwehrleistung in Zusammenhang mit den endokrinen Organen (Hormondrüsen) erbracht wird, führen Hormondefizite zu einer Funktionsbeeinträchtigung des Immunsystems. Auch Mineral- und Vitamindefizite können zu einer Verschlechterung der Immunabwehr führen.
Durch die Untersuchung aller immunologisch relevanter Faktoren können Defizite erkannt werden. Spezifische Therapien können Alterungsprozesse des Immunsystems verlangsamen oder aufhalten.

Hormonelle Faktoren – unser Hormonhaushalt verlangsamt sich

Hormone sind chemische Überträgersubstanzen, die an allen Stoffwechselfunktionen des Körpers beteiligt und unentbehrlich sind. Sie werden in den verschiedenen endokrinen Drüsen des Körpers gebildet und von dort in erster Linie über die Blutbahn an ihren Bestimmungsort transportiert.
Hormone steuern in einem sensiblen und hierarchisch-geordneten Zusammenspiel unter anderem

  •    die gesunden Stoffwechselprozesse
  •    körperliche Anpassungsfähigkeit auf Umweltreize s
  •    sexuelle Aktivität
  •    Schwangerschaft
  •    Schlafrhythmus
  •    Immunabwehr
  •    Stressbewältigung
  •    u.v.m. ...

Der Einfluss psychischer Faktoren auf das hormonelle Gleichgewicht ist ebenso bekannt wie das physiologische Nachlassen der Hormonproduktion mit dem Lebensalter. Bereits zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr nimmt die Produktion einiger wichtiger Hormone kontinuierlich ab.
Im Alter beeinträchtigen folgende hormonelle Gegebenheiten unseren Gesundheitszustand, Lebensqualität und Ausstrahlung:

  •    Verringerung der weiblichen (Östrogen, Progesteron) und männlichen (Testosteron)    Sexualhormone, sowie der „Muttersubstanz“ DHEA
  •    Nachlassen der Produktion des Wachstumshormons Somatotropin
  •    Verringerung des Schlafhormons Melatonin

Was wir Ihnen anbieten können

Im Rahmen unserer Beratung für gesundes Altern („Anti-Aging“) bieten wir Ihnen ein auf Sie und Ihre individuellen Lebensumstände abgestimmtes, ganzheitliches Behandlungskonzept.

Die Eckpunkte unserer Behandlungsansätze sind

  1. Optimierung des Gesundheitsbewußseins
  2. Optimierung des Lebensstils (körperliche und geistige Aktivitäten)
  3. Optimierung der Ernährungsgewohnheiten
  4. Substitution von Antioxidantien und eventuellen Hormondefiziten unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken
    •    Östrogene
    •    Progesteron
    •    Testosteron
    •    5-HTP
    •    Melatonin
    •    DHEA
    •    Wachstumshormon

Wir freuen uns, Ihnen ein individuelles Behandlungskonzept nach einem ausführlichen Beratungsgespräch anbieten zu können.